Ran an den Brei

Puh – kaum ein Thema (eventuell neben Schlafen), zu dem es so viele verschiedene Meinungen gibt.

Schon bei uns Erwachsenen ist Essen ja so etwas wie eine Religion.

Bei Babies augenscheinlich erst recht.

Aber vielleicht mal kurz einige Begrifflichkeiten:

Als erstes direkt das Wort BEIKOST – das schönste was ich dazu gelesen habe: „Es heißt BEIKost, weil es daBEI gegessen werden soll. Das heißt niemand zwingt einen von Milch direkt auf Brei etc. umzustellen. Sondern man führt es ganz langsam nach und nach ein.“

Dafür gibt es kein Timing, sondern man achtet ein bisschen auf die Beikost-Reifezeichen. Also: Ist das Kind neugierig, wenn die Eltern essen? Macht es Schmatz-Geräusche, wenn es mit am Tisch sitzt und sieht, dass die Großen essen? Greift es nach Essen und zeigt Interesse? Und vor allem: Kann es überhaupt aufrecht sitzen. Das ist wichtig, denn ansonsten ist es schlicht zu gefährlich und zu unsicher mit fester Nahrung zu beginnen.

Dann geistert immer noch der Begriff BLW oder Baby lead Weaning herum. Das heißt letztlich nichts anderes als: Fingerfood. Man püriert das Essen also nicht, sondern lässt sein Baby mit allen Sinnen das Essen ertasten, schmecken, sehen etc. Erfahrungsgemäß essen die Kinder dabei weniger aber finden es super.

Wir haben einen Mix gemacht. Mal pürierte Nahrung bzw. Brei und nebenbei immer mal wieder ganz viel Fingerfood zum Ausprobieren. Bspw. beim Frühstück: Wir haben normal gefrühstückt, Ava hat in ihrem Stuhl gesessen und „zugeguckt“ und war eigentlich satt, weil schon gestillt. Aber sie hatte Lust auf was zu Essen, also hat sie mal ein ganz weiches Stück Birne zum Lutschen bekommen oder auch mal Gurke etc.

Wir haben mit dem Mittagsbrei angefangen – mit genau 5 Monaten, weil Ava so gern essen wollte.

Man fängt mit dem Mittagsbrei an, weil die Babys um die Uhrzeit am fittesten sind und weil man dabei sein kann, wenn der kleine Organismus evtl. erstmal überfordert ist mit dem neuen Zeug. (anders als abends, wenn Baby evtl. schlafen soll und mit Bauchweh und hartem Stuhl von der bösen Möhre zu kämpfen hat :-))

Als erstes nur Gemüse (Kürbis, Pastinake, Karotte, Zucchini (Ava Favorit) und später vermixt mit Kartoffel.
Irgendwann kam bei uns der Nachmittagssnack – ein Obstbrei dazu.

Am Anfang immer nochmal so, dass ich danach gestillt habe (Stichwort Beikost) und irgendwann ausschließlich „echte Nahrung“. Ava hatte richtig Bock aufs Essen und hat schnell gut und gerne gegessen.
Entsprechend haben wir dann den Abendbrei eingeführt. Ein Getreidebrei (Allnatura 4Korn Brei glutenfrei) mit Mandelmilch angerührt. Zum Thema Milch schreibe ich nochmal was 🙂
Da gab dann zum Einschlafen immer noch einen kleinen Schlummerschluck Milch, aber letztlich habe ich so ziemlich schnell tagsüber abgestillt und nur noch morgens nach dem Aufwachen eine volle Mahlzeit gestillt und manchmal nachts noch… Das war super bequem.
Irgendwann kam der Morgenbrei dazu, wobei sie da auch schon schnell mit uns mitgefrühstückt hat. Obst, Rührei, weiches Brot, Avocado (liebt sie über alles) und manchmal auch Wurst von Papi…

Folgende Dinge haben uns den Beikost-Start total erleichtert. (Achtung, das sind Amazon Partnerlinks, wenn Ihr etwas über diesen Link kauft, bekomme ich eine kleine Provision, Ihr zahlt keinen Cent mehr)

Philips Avent 4-in-1 Breikocher (Dampfgarer und Mixer)
Und die passenden Aufbewahrungsboxen – man braucht mehr als man denkt 🙂
Die besten Löffel der Welt. So weich und flexibel ist keiner!
Der Spezialteller – super für BLW oder auch einen Mix
Ein so süßes Lätzchen mit praktischer Schale – wir haben die Robbe in rot 🙂

Das wichtigste ist: In dem Alter von ca. 6 – 12 Monaten geht es schlicht darum den Kindern den Spaß und Genuss am Essen zu vermitteln. Stresst Euch und Eure Kinder nicht. Wenn sie noch Bock auf Milch haben – so be it.

Aber wenn Ihr Brei gebt, kocht ihn nach Möglichkeit selbst. Das beste was ich dazu gelesen habe:

„Der meiste Babybrei aus dem Supermarkt ist älter als das Kind selbst!“  

UAAAAHHHH

Das will man ja auch nicht.

Und experimentiert mal. Bei uns war irgendwann eine kleine Knoblauch-Zehe im Mittagsbrei Pflicht. Und frische Kräuter – Basilikum war top!
Und auch mal Schalotten oder Fenchel oder Paprika (alles frisch).

Babys sollen kein Salz essen, weil die Nieren damit noch nicht so gut fertig werden und sicherlich auch kein Chili etc. in rauen Mengen (der arme Po). Aber das heißt nicht, dass die armen Kinder die geschmacksarme Pampe aus den Gläschen essen müssen (on to go geht das natürlich mal – Ava fand die Holle Gläschen erstaunlich gut und mich hat es geschüttelt).

Das schönste was meine Hebamme immer gesagt: „Indische Babys vertragen auch Curry, Mexikanische Babys Chili. Also kann es ja nicht sein, dass ein Kind keine Gewürze abkann. :-)“

In diesem Sinne: Ran an die Kochtöpfe! Und auch nicht böse sein, wenn das ganze gute Essen wieder im Ausguss landet. Dann einfach Milch geben und in einigen Tagen nochmal versuchen…

Es soll Euch beiden Spaß machen!

Folgende Artikel zum Thema Beikost und BLW fand ich gut:
Little Years | Beikost der entspannte Weg (genau meine Meinung!)

Little Years | Baby lead Weaning

Hebamme Zauberschön | Beikost (spricht mir aus der Seele und so spannend mit dem Löffel Insight!)

Von guten Eltern | Eltern im Beikostwahn (sehr hilfreich!)

Von guten Eltern | Vertrauen ins Kind zum Thema Beikost
Anja, ein Teil des Blogs „von guten Eltern“, ist gemeinsam mit Loretta Stern gefühlt so etwas wie die Koryphäe zum Thema „Breifrei“. Wen das interessiert, der sollte sich ihre YouTube Videos ansehen, ggf. ihre Bücher kaufen und in jedem Fall auf ihrem Blog näher recherchieren. Sie hat als exaltierte Hebamme auch nochmal einen ganz anderen Hintergrund als ich.

P.S. So „fancy“ wie auf dem Foto sieht unser Essen übrigens eigentlich nie aus. Nur zur Beruhigung 🙂

Ein Gedanke zu “Ran an den Brei

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