Mein Mutterpass. Mein Buch. Mein Gedankenkarussel.

{Werbung, da ich das Buch als Verlagsexemplar geschenkt bekommen habe.}

Selten hat man in seinem Leben so intensiv die Zeit sich mit sich selbst zu beschäftigen wie in der Elternzeit.

Gerade am Anfang, wenn das Baby „noch nichts“ kann und nur isst, schläft und pupst, können die Tage ganz schön lang werden. Man ist zwar immer auf den Beinen und macht und tut, aber der Kopf wird wenig gefordert.

Da fährt dann das Gedankenkarussel los und man fängt zwangsläufig an, über viele Dinge nachzudenken:

  • Wie mache ich weiter nach der Elternzeit?
  • Was bedeutet das für uns Familie?
  • Was ist bis hierhin gut gelaufen?
  • Hatte ich die Geburt, die ich wollte?
  • Ist mein Baby normal entwickelt? Wieso hält sie den Kopf jetzt so komisch?
  • Tut ihr was weh?
  • Mache ich alles richtig?
  • Werde ich jemals wieder ausgeschlafen sein?
  • Wann kann ich mal wieder IN RUHE mit meinen Freundinnen reden und vom Kopf her 100% da sein?

Ich fand die Zeit anstrengend. Ich bin zwar gern mit mir allein. Aber manchmal war ich auch sehr in diesem Gedankending gefangen…

Ein Gedanke, den ich aber immer hatte und der mich bis heute nicht los gelassen hat: „Ich schreibe ein Buch.“ Ich hab so viel gelernt in den letzten Monaten und über so Vieles nachgedacht (ach?!?) – das interessiert vermeintlich, sicherlich auch andere.

Doch jetzt erstmal ist hier ja jetzt dieser Blog. Immerhin. Und alles andere wird sich finden. Ihr wisst ja, Phasen und so… 🙂

Und außerdem gibt es ja das grandiose Buch „MEIN MUTTERPASS“ von Malin Elmlid. (Amazon Partnerlink, das kennt Ihr schon…)

Dieses Buch … es hat mich schlicht umgehauen. Beim Lesen tat mein Nacken ganz weh, weil ich die ganze Zeit genickt habe 🙂

Malin ist gebürtige Schwedin – wer mich genauer kennt, weiß ich dass ich das Land ohnehin sehr mag, sie war mir also gleich sympathisch 🙂 Und dann schreibt sie so toll. So ehrlich. So auf den Punkt. Und vor allem: Sie schreibt aus der Mutter-Perspektive! Viele Bücher, die sich mit dem Thema Kinder kriegen und haben beschäftigen, widmen sich ja nur dem Baby. Malin schreibt aber „endlich“ mal aus unserer Perspektive. Das tut wahnsinnig gut.

Und so oft, hat sie mir aus der Seele gesprochen.

Kleine Kostprobe zum Thema Essen: 

Manchmal musste ich lachen, wenn mir jemand Unbekanntes – wie der junge Mann an der Fleischtheke im Supermarkt, der bestimmt nicht älter als 20 war – keinen luftgetrockneten Schinken verkaufen wollte. Als verlöre man seine Privatsphäre und Mündigkeit, sobald man schwanger ist. {…}

Fakt ist, dass ich, und nur ich, verantwortlich bin für das, was dieser Mensch in mir isst. Der Fötus teilt alles über meine Blutbahn mit mir. Alles was ich esse, isst er mit. Eine schöne Vorstellung, eins zu sein. Aber mein Baby atmet auch meine Luft und teilt mit mir meine Freude und meinen Stress. Auch mein Wohlbefinden ist von Bedeutung! Daher war es für mich wichtig, eine Balance zu finden. Irgendwo zwischen den ganzen Warnungen und dem persönlichen Wohl.

Ich weiß sooooo genau was sie meint. Ich habe ja tatsächlich in der Schwangerschaft Sushi gegessen. Und immer Salat. Und Kaffee getrunken. Natürlich habe ich nur gutes Sushi gegessen. Und Salat gewaschen. Und nicht mehr als 2 Tassen Kaffee am Tag. Aber das mache ich ohnehin so. Auch ohne Baby im Bauch, gehe ich selten zum Sushi-Karrussel am Hauptbahnhof. Aber ich hatte ANDAUERND Diskussionen. Und war SO genervt.

Ein wirklich gutes Kapitel ist auch das ganze Kapitel über Kinder & Karriere. Beruf & Familie. Malin hat eine sehr klare Haltung. Die deckt sich nicht immer 100% mit meiner. Aber das muss sie ja auch nicht. Das was mir aber an diesem Kapitel so wahnsinnig gut gefällt:

Sie ermuntert, ermahnt geradezu, sehr nachdrücklich, dass man über die anstehenden Veränderungen früh und ausgiebig und ehrlich mit seinem Partner spricht und im Gespräch bleibt. Das ist so wichtig. Und so schwer. Sprecht auch über „das liebe Geld“, wie Malin es nennt. Ich kenne so viele Mamis, die sind da so reingeschlittert. Kind kam. Papi blieb kurz zu Hause. Nach wenigen Wochen wieder ins Büro. Er verdient Geld. Sie sitzt zu Hause. Sie bekommt Elterngeld. Und dann? Wie sind die Ausgaben geregelt? Wie bezahlt ihr ab jetzt die Miete? 50/50 wie früher? Wer bezahlt Windeln und Co.? Es muss einfach in Ruhe besprochen werden. Und was passiert nach der Elternzeit, wenn das Kind einen Kitaplatz hat? Er Vollzeit, sie Teilzeit? Oder beide Teilzeit und man teilt sich den „Karriereknick“ und die Kinderbetreuung? Oder sie Vollzeit und er Teilzeit? Wichtig ist: Entwickelt dazu erst eine Meinung und besprecht sie dann. Und wenn Ihr Eure Meinung ändert und es sich zeigt, dass es so nicht geht, ist die Phase wohl vorbei 🙂

Schön auch ihre Gedanken zum Thema Elternzeit. Und wie toll ist bitte der Begriff „Projektleiterin für die Familie“. Hach 🙂 Das erinnert mich fast an die alte Vorwerk Werbung….

Jedes Paar muss für sich herausfinden, welche Rollenverteilung in der Familie für beide Partner passt. Aber achte darauf, dass es eine aktive (!!!) Wahl ist, und sei offen, wenn dafür, wenn andere Familien anders handeln und entscheiden. Eine meiner größten Sorgen in Zusammenhang mit dem Elternwerden war, dass ich automatisch die Hauptverantwortung für unser Kind und unser Familienleben bekommen werde. Ich nenne das „Projektleiterin“ für die Familie. {…} Das ich einfach diejenige in der Familie sein würde, die immer alles im Kopf behalten muss. {…} Eine Sache ist ganz klar: Wenn ihr langfristig betrachtet, wollt, dass die Aufgaben und Verantwortungen und die Freude an eurem Kind fair verteilt werden, dann macht es euch das Leben sehr viel einfacher, wenn ihr euch die Aufgaben von Anfang an teilt. Es ist deutlich schwieriger loszulassen, wenn man schon in den Rollen steckt. Es ist dann natürlich auch für den Partner schwieriger. Und für euer Kind ist es leichter, eine nahe Bindung zu euch beiden zu entwickeln, wenn die Aufgaben verteilt sind.

Das ist SO wahr! Die Gefahr aus meiner Sicht: Durch die verhältnismäßig lange Elternzeit in Deutschland, laufen wir Mütter so oft in die Falle „erstmal“ alles zu machen. Wir haben ja Zeit. Und dann fangen wir wieder an zu arbeiten und auf einmal MÜSSEN Aufgaben verteilt werden. Da sind dann alle irritiert. Das Kind versteht nicht sofort, wieso auf einmal der Papi immer morgens am Wickeltisch steht und äußert im worst case sogar deutlich eine Irritation. Dann ist der Papi verletzt und beleidigt und Mami leidet, weil sie nicht mag, dass das Kind irritiert ist. Also macht sie das „mal eben kurz“ doch noch selber. Das diffamiert aber Papi und zeigt ihm indirekt „du kannst das nicht – schau bei dir weint er immer“. So motiviert man niemanden ab jetzt regelmäßig das Kind anzuziehen und man selber nimmt sich eine riesengroße Entlastungs-Quelle.

Von daher: Lasst die Papis ran. Und zwar ganz schnell. Und oft. Auch wenn das dann alles anders als bei euch ist. Ein anderer Weg ist nicht schlechter – im Gegenteil. Für ein Kind ist es sehr bereichernd auch mal was anderes zu sehen. Und für Euch auch – so kommt ihr mal raus! Und abgesehen davon – es der Papi! Der hat erstens das Recht auf sein Kind und zweitens ist dieser Mensch genauso wichtig und genauso „nah“ wie wir Mamis. Wir reden hier ja noch gar nicht über Schwiegermütter, Babysitter und Co. 🙂

Das Spannende: In den USA, in der Schweiz, in Frankreich etc. da stellt sich die Problematik nicht so sehr… da arbeiten die Mamis viel früher und die Papis müssen ran. Das ist hier, meiner Beobachtung nach, oft noch anders… Und eben auch oft, weil die Mamis bremsen und nicht, weil die Papis nicht wollen.

Ich könnte jetzt noch ewig so weiterschreiben. Da ich echt ein Fan des Buches bin. Toll ist auch das Kapitel zum Wochenbett.  Ich bin ja ein absoluter Wochenbett-Nerd und finde diese Kuschelzeit so wichtig. Malin liefert dazu noch ein paar schöne Fakten. Also lesen!

Und super, nahezu mein Lieblingskapitel, ist „Mutter sein“. Das ist so schön und das stimmt JEDES Wort. Aber daraus zitiere ich nicht 🙂

Ich will ja nichts vorwegnehmen…

An meine Mädels: Ich verleihe das Buch sehr gern! Ich hab es netterweise vom Verlag geschenkt bekommen. Der Deal? Es gab keinen. Wenn ich das Buch mag, darf ich drüber schreiben. Wenn nicht, dann lasse ich es. Aber daher ist der Artikel als Werbung gekennzeichnet. Nur falls Ihr Euch wundert 🙂 Aber, dass ich das Buch mag, ist absolut unstrittig. Ich hätte es mir auch selbst gekauft.

Also: raus aus dem Gedankenkarussel und rein ins Leben! 

Und wer neben diesem Buch noch mehr „Futter“ sucht, dem empfehle ich  meine Leseliste.

Erzählt Ihr doch mal. Kommen Euch die Passagen aus dem Buch auch so bekannt vor? Seid Ihr jetzt neugierig aufs Lesen?

Ein Gedanke zu “Mein Mutterpass. Mein Buch. Mein Gedankenkarussel.

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