Tough Cookie: Kind, Kindergarten, neuer Job und die bösen Kita-Keime

Der Wiedereinstieg in den Job – back to reality.

Raus aus MamiHausen und wieder rein ins alte Leben.

Wahnsinn. Erwachsene Menschen. Kaffee, der heiß bleibt. Ein geordneter Tagesablauf und dank Kalender und Co. weiß man einigermaßen, was einen so erwartet und in der Regel wird sich auch dran gehalten. Alle Kollegen sind in der Lage mit Messer und Gabel zu essen und niemand fängt an sich Essen in die Haare zu schmieren.

Ich hab Frauen früher immer für verrückt erklärt, wenn so merkwürdige Sätze fielen, wie:

  • „Meine Büro-Tage sind wie Urlaub für mich.“
  • „Nach dem Wochenende mit drei Kindern zu Hause, habe ich mich richtig aufs Büro gefreut.“
  • „Ich müsste nicht unbedingt arbeiten, aber ich tue das für mich. Damit ich mal raus komme und meinem Kopf was biete.“
  • „Mein Job hilft mir den Bezug zum echten Leben nicht zu verlieren und mich zu erinnern, dass es noch was anderes als MamiHausen und den Kindergarten gibt.“
  • „Ich liebe es, dass ich für den Job mal was anderes als Jeans uns Turnschuhe anziehen muss und mich mal wieder frei in meinem Kleiderschrank austoben kann.“
  • „Juhu, ich darf wieder arbeiten!“

Ich dachte immer, dass Mütter, die solche Dinge sagen, schreckliche Kinder, einen doofen Ehemann und sowieso und trauriges Leben haben müssen.

Ich konnte mir als Nicht-Mama nicht annähernd vorstellen, wovon sie reden.

HA HA HA

Zum Glück habe ich (dieses Mal) meine Gedanken wenigstens nicht laut ausgesprochen, sondern für mich behalten…

Denn ein Stück weit ist an diesen Sätzen was Wahres dran. Ich würde nicht alle so unterschreiben – aber die meisten.

Doch ehrlich gesagt – auch da muss man erstmal hinkommen. Es ist nicht selbstverständlich am Schreibtisch sitzen zu können!

Wer diesen Blog und auch Instagram aufmerksam verfolgt hat, der weiß, dass mein erster Monat im Job quasi nur auf dem Papier existiert hat. Erst war Ava krank. Dann war Ava wieder gesund und kurz im Kindergarten und ich war krank. Ich blieb krank und Ava wurde wieder krank. War super. Zum Glück kam dann Ostern. Dann der April und dann wurde alles besser. Aber den März 2018 – den hätte ich echt nicht gebraucht.

Wobei… vielleicht doch. Ich habe nämlich eine Menge gelernt. Er hat mich (mal wieder) ein bisschen demütig gemacht.

Meine Learnings zum Job-Start – in ungeordneter Reihenfolge – aber vielleicht ist für Euch ja was dabei:

  • Ihr seid kein Oberchecker. Das Leben und Eure Kinder machen immer was sie wollen. Und die Kita-Viren sowieso. Ich dachte ich hab alles im Griff. Mache extra zwei Monate Eingewöhnungs-Zeit im Kindergarten, federe in der Zeit alle Keime und Viren ab und wenn wir dann durch sind, dann bin ich am März im Start. Weit gefehlt…. siehe oben.
  • So ein Wiedereinstieg, Kita-Start und Leben als Working-Mom ist crazy stuff. Das sorgt an der einen oder anderen Stelle auch für Thermik in der Beziehung. Insbesondere wenn sich Zuständigkeiten ändern. Also auf einmal bringt Papi in die Kita etc. Da hilft nur reden, reden und reden! Und beieinander bleiben. Also emotional. Und manchmal auch ne klare Kante ;-). Einige Gedanken zum Thema „Projektmanagement innerhalb der Familie“ findet Ihr hier.
  • Wenn man wieder anfängt zu arbeiten, hat man mal mindestens zwei neue Herausforderungen, die man vorher im Leben noch nie hatte: Erstens: Den Job als Mutter zu meistern. Meistens mit weniger Arbeitszeit als vorher. Oder zumindest weniger Zeit nach hinten raus, weil man zu seiner Familie möchte. Und zweitens: Das Kind zu managen, das in den Kindergarten muss. Also auf einmal pünktlich los muss. Nicht krank sein darf. Eine volle Brotdose braucht. Sonnencreme im Gesicht benötigt. Und vieles mehr. Wer wie ich dann auch noch den smart move macht und gleich einen neuen Job anfängt, der hat noch mehr Spaß. Denn in einem neuen Job, will man ja der Welt nicht nur beweisen, dass man eine supertolle und coole Working Mom ist, der alles nahezu mühelos von der Hand geht. Sondern, man muss sich ja ganz generell beweisen. Wird ehrlich gesagt eher schwierig, wenn man nie da ist 🤣. Würde ich es dennoch wiedermachen? Ich in meinem Fall, ja! Würde ich es empfehlen? Eher nein. Wenn möglich: Geht eine gewisse Zeit in Euren alten Job, seht erstmal zu, dass Job und Kind generell unter einen Hut bekommt. Und wenn Ihr Euch dann eingegroovt habt, dann könnt Ihr wechseln. (aber niemals im Winter, da kommen wieder Viren und Keime 😂)
  • Sofern es in Eurem Arbeitsvertrag nicht anders festgelegt ist, habt Ihr, falls ihr in den ersten 4 Wochen eines neues Jobs krank werdet, keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Teilweise übernehmen die Krankenkassen dann mit Krankentagegeld – sofern ich weiß vor allem die Gesetzlichen. Aber in meinem Fall: nada. Blöde Sache. P.S. Dass das aus Unternehmens-Sicht durchaus fair ist – geschenkt. Dass das aber blöd ist, wenn man mit seinem Gehalt gerechnet hat – auch geschenkt, oder?
  • Jedes Elternteil hat 10 Kinderkrankentage und darf entsprechend zu Hause bleiben. Ich meine im Jahr. Nicht im Monat. Alles weitere zu diesem Thema hat die liebe Sandra von Smart Mama ganz hervorragend zusammengefasst. Und da sie Anwältin ist, ist das anders als bei mir, auch kein gefährliches Halbwissen :-).

Klingt alles ganz schön anstrengend. Ist es auch. Ehrlich. Aber es macht Spaß. Und ich habe es ja schon mehrfach gesagt und auch geschrieben: Für mich gehört mein Job zu mir als Person einfach dazu. Also muss ich das machen. Aber… tough cookie!

Doch: Ich glaube fest daran, dass es mittelfristig noch leichter und besser wird. Wir sind ja erst im dritten Monat. Und der zweite war schon soooo viel besser.

Haut also rein!

Und last but not least noch ein Argument, wieso man meiner Meinung nach unbedingt arbeiten sollte, wenn man das auch nur ein kleines bisschen möchte:

Wir alle träumen von Gleichberechtigung und von der Idee, dass unsere Töchter vollkommen easy Raketenwissenschaft lernen können und unsere Söhne auch Ponypfleger oder Hausmann oder irgendwas anderes verrücktes werden können. Da müssen wir gute Vorbilder sein und aus den 50er Jahren raus 🙂 

Erzählt doch mal: Was sind Eure Learnings aus dem Wiedereinstieg? Und wird es tatsächlich noch leichter, oder bleibt das so anstrengend?

Ich freu mich auf Eure Kommentare!

P.S. Das Bild im Header ist von dem großartigen Peter Tunney aus der Fear Less – Love More Collection. Alle Bildrechte gehören ihm.

P.S.2: Brandaktuell zu diesem Thema hat die liebe Alexa einen Artikel „Family First“ veröffentlich. Ein Artikel, der mich sehr nachdenklich stimmt. Ich könnte jede Zeile in diesem Text unterschreiben. Klar, Family und vor allem Ava first. Immer. Aber wo bleibe ich? Ist es vermessen diese Frage zu stellen? Mein Job? Meine Potenzialausschöpfung? Und was mich noch nachdenklicher macht ist das Zitat meiner lieber Malin: „In Deutschland muss man sich zwischen Kind und Karriere entscheiden.“ Ist das so? Wollen wir das so hinnehmen? Passt das zu dem, was wir unseren Kindern vermitteln wollen? Ich hadere… ABER: es gibt eine Lösung! Daran glaube ich fest! Und es ist alles eine Phase! That’s for sure 😉

Ein Gedanke zu “Tough Cookie: Kind, Kindergarten, neuer Job und die bösen Kita-Keime

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