In die Krippe mit Grippe oder Kita-Eingewöhnungs-Insights

Puh – der geneigte Leser hat es mitbekommen, wir waren von der Kita-Grippe ganz schön geplagt.

Und das war echt unschön.

Dabei kann der Eindruck entstanden sein, dass ich kein Kita Fan bin. Das Gegenteil ist der Fall. Ich bin ein Riesen-Kita-Fan. Und Ava ist es auch.

Wir hatten eine MEGA Eingewöhnung. Ava hat tatsächlich bei keinem einzigen Abschied geweint und freut sich jeden Tag, wenn wir sie in die Kita bringen.

Das ist sicherlich zum einen ihrem offenen und quirligen Charakter geschuldet (thank God!!!! Ich bin so dankbar für diese kleine Räubertochter <3) zum anderen aber auch einer guten Eingewöhnung.

Einige Tipps und Tricks dazu habe ich mal für Euch zusammen gefasst:

/ Der richtige Zeitpunkt. Ich weiß, dass das von Land zu Land und auch von Kind zu Kind sehr unterschiedlich ist. In der Schweiz, in den USA, in Frankreich und in ganz vielen anderen Ländern gehen die Kinder spätestens mit 6 Monaten in den Kindergarten oder in die Day-Care. In Deutschland geht das Gros gefühlt mit 1 Jahr in die Krippe. Letztlich gilt aber hier wie in allen Fragen: Timt es so, dass es für Euch passt. Natürlich muss es zum einen finanziell passen. Je nach Land gibt es unterschiedlich lange Geld. Teilweise muss man auch schnell wieder anfangen zu arbeiten, weil Arbeitgeber oder Kunden Druck machen. Aber wenn man es sich irgendwie leisten kann, dann sollte man natürlich abwägen und entscheiden, wann es für einen selber und vor allem das Kind gut passt. Und es gibt ja auch sehr viele Zwischenformen. Kinderfrauen, die das Kind 1zu1 betreuen. Tagesmütter. Spielgruppen. Je nachdem was das Angebot, die Geldbörse und das „Herz der Familie“ zulassen, kann man also die Betreuungsform und den -start ziemlich individuell wählen. Im Idealfall ist die „Reife“ und die Kontaktfreudigkeit des Kindes ausschlaggebend. Natürlich weiß man das zur Anmeldezeit nur so bedingt. Aber wenn ich merke, dass ich ein sehr Nähe-bedürftiges und kuscheliges Kind habe, was eine sehr starke Fremdel-Phase durchmacht, muss ich eventuell nicht entscheiden das Kind mit 6 Monaten in die Kita zu bringen. Ava ist mit 14 Monaten in die Kita gekommen. 1 Monat eher hätte auch nicht geschadet – sie ist mir hier kurz vorher vor lauter Energie die Wände hoch gegangen und ich war regelmäßig im Elippa und Co., um ihrem Sozial-Drang und der Abenteuerlust nachzukommen 🙂 Aber ehrlich gesagt … lieber so als andersherum. Wenn man kann und mag, ist meine ganz persönliche Empfehlung die Kinder im Zweifel lieber einen Monat länger als kürzer zu Hause zu betreuen. Aber wie lange genau, das muss jede Familie innerhalb ihres Lebensraumes ganz individuell entscheiden.

Ein Tipp am Rand noch – auch wenn ich weiß, dass man das nur bedingt beeinflussen kann: Eine Eingewöhnung im Dezember ist doof. Dann kommen die Ferien und man kann im Januar direkt wieder bei Null starten.

Und eine Eingewöhnung im Winter kostet mehr Zeit (und Nerven und Kraft) als im Sommer. Stichwort KiTa Keime. Ab jetzt also bitte alle nur noch Sommer-Babies bekommen 🙂

// Vertraut dem System in Eurem Umfeld. Wenn alle Kinder in der Schweiz oder in Frankreich mit 6 Monaten in die KiTa kommen, kann das nicht furchtbar sein. Da wohnen ja nicht nur psychisch gestörte Erwachsene! Und gleiches gilt für das System in den USA. Dennoch…. ich bin bekanntermaßen ein Riesen-Fan und sehr dankbar für das deutsche System. Es ist einfach wunderschön und ein Riesen-Privileg das erste Jahr mit seinem Kind verbringen zu dürfen. Und dafür auch noch rund 70% seines Gehalts zu erhalten. Das ist genial! Und bei allen Widrigkeiten, die auch das mit sich bringt, ist es durchaus an der Zeit, dafür auch einfach mal dankbar zu sein! Denn Zeit mit seinem eigenen Kind ist immer ein Geschenk! Die Entwicklung vom Baby zum Kleinkind täglich mitverfolgen zu können, ist schon sehr besonders.

Wenn dann mal der große Tag gekommen ist, also die Eingewöhnungszeit beginnt, seid großzügig! Mit Euch. Mit der Erzieherin oder dem Erzieher und mit Eurem Kind! Erlaubt Euch, auch wenn Ihr das nicht von Euch erwartet hättet, dass Ihr Euch 1-2 Tage wie Rabeneltern fühlt, die ihr Kind abschieben. Das ist durchaus normal.

Und erlaubt auch den Erziehern nicht alles perfekt zu machen. Sie kennen Euch und Euer Kind und den Rhythmus, in den Ihr Euch in den letzten Monaten eingegroovt habt, noch nicht.

Und erlaubt auch Eurem Kind erstmal alles in Ruhe anzusehen. Auch wenn es in Play-Groups etc. bisher immer super mutig war, kann es gut sein, dass es im Kindergarten die ersten Tage etwas schüchtern ist.

Das wird sich alles einfinden! Im Zweifel haben die Erzieher schon viele Eingewöhnung gemacht und wissen wie der Hase läuft und wenn Ihr Eurem Kind ein gutes Gefühl gebt und signalisiert, dass alles top ist, wird Euer Kind auch entspannt sein.

/// Nehmt Euch Zeit! Wenn irgendwie möglich, nehmt Euch Zeit für die Eingewöhnung. Bekanntermaßen habe ich mir ja zwei Monate Zeit genommen und mich dadurch gefühlt wie der Oberchecker :-). Ich dachte 1 Monat für Ava, 1 Monat für mich zum Chillen. Und wenn sie mal krank wird, dann passt das schon. Hm ja… Ava wurde im dritten Monat krank. Und im 4. And so on… Das kann man natürlich nicht abfedern. 6-Monate Eingewöhnung sind natürlich schwierig. Aber mehr als 4 Wochen sollten es schon sein. Ich hab so oft bei Freunden und Bekannten erlebt, dass das Kind nach 2 Wochen KiTa erstmal 1 Woche zu Hause war. Dann konnte die Eingewöhnung nicht sauber in 4 Wochen „erledigt“ werden und dennoch mussten Mami und Papi nach 4 Wochen ins Büro. In allem Fällen, die ich kenne, sind dann die Omas eingesprungen. Haben die Eingewöhnung gemacht oder zu Hause kranke Kinder gepflegt. Wenn das geht – alles easy. Wenn nicht – nehmt Euch Zeit :-). An dieser Stelle in jedem Fall mal ein HOCH auf die OMAS – was würden wir nur ohne Euch machen!!!

//// Hört auf Euren Bauch. Ich habe Freundinnen, die haben entschieden Ihre Kinder erst mit 3 Jahren in die Kita zu bringen. Auch wenn in Deutschland ja „normalerweise“ alle mit circa 1 wieder los rennen. Genauso habe ich Freundinnen, die haben ganz junge Kinder in die Betreuung gegeben. Es muss sich gut anfühlen. Euer Bauch und Euer Kind geben Euch Feedback! Ebenso zu der Anzahl der Stunden! Wenn Ihr nur 20 Stunden arbeitet, aber einen 30 Stunden Gutschein ergattert habt, so könnt Ihr das Kind auch eher abholen. Oder den Gutschein ausnutzen, je nachdem, wie Ihr wollt. Und wenn Ihr Freitags frei habt, könnt Ihr ohne schlechtes Gewissen zum Sport gehen. Oder einen Mami-Tag machen. Entscheidet das individuell. Aber sagt in der KiTa Bescheid, damit das Team planen kann :-). Und lasst Euch nich reinreden. Und nicht unter Druck setzen.In #MamiHausen ist der Wind bekanntermaßen manchmal eisig. Und jeder hat eine Meinung. Und kommentiert gern auch ungefragt. Aber es geht um Euer Kind. Also nicht beirren lassen. Weitermachen. Und wenn Ihr kein gutes Gefühl habt – auch einfach mal NEIN sagen. Einen schönen Artikel zum Thema Nein sagen, hat Steffi gerade veröffentlicht.

Als Extra-Goodie habe ich auch nochmal unter den mir bekannten Kindergärtnern und Erziehern herum gefragt und hier die TOP VIER Tipps aus ihrer Sicht. So habt Ihr nicht nur meine Meinung 🙂

1. „Beide Elternteile müssen bereit sein, ihr Kind in eine Betreuung zu geben – Kinder spiegeln ihre Eltern und spüren, wenn die Bereitschaft der Eltern nicht da ist.“ Dazu fällt mir spontan dieser schöne Clip ein, den sicherlich jede von Euch kennt. Immer wieder gut 🙂
2. „Vorbereitung des Kindes auf die Zeiten der Kita (Schlafzeiten und Essenzeiten schrittweise schon vor der Eingewöhnung angleichen).“ Ein Knaller-Tipp – so gehts nachher leichter und ihr habt abends kein knatschiges und übermüdetes Kind zu Hause. In der Theorie…
3. „Erziehungspartnerschaft zwischen den Erzieherinnen und den Eltern die geprägt sein sollte von Offenheit und Vertrauen in allen Belangen für das Kind.“ Sehr fairer Punkt! Also wirklich auch immer wieder klar machen, dass die Erzieher tendenziell nur das Beste für Euer Kind wollen und immer im Gespräch bleiben. Auch ggf. bei unangenehmen Themen.
4. „Individuelle und flexible Eingewöhnung je nach den Bedürfnissen des Kindes.“ Mein Reden 🙂
So, jetzt seid Ihr hoffentlich gut gewappnet für Euren KiTa Start und ich drücke allen ganz kräftig die Daumen, dass die erste Krankheitswelle auf sich warten lässt.
Wenn Ihr mögt, erzählt doch in den Kommentaren mal, wie das bei Euch so war und ob Ihr noch Tipps und Tricks ergänzen könnt. Ich freu mich drauf!

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