Am Strand

Urlaub 2.0 – oder wie sich die Ferien verändert haben

Unser Urlaub früher: ausschlafen, frühstücken, dann je nach Ort entweder Sightseeing und Rumfahren, ein Ausflug und Action oder auch mal faul am Strand liegen.
Abends wurde in Ruhe geduscht, sich fertig gemacht und dann konnte man entspannt essen gehen.
Selbstverständlich habe ich im Urlaub mindestens 3 Bücher und diverse Zeitschriften gelesen, wir haben uns als Paar stundenlang und schön unterhalten und hatten auch sonst viel Zeit füreinander.

Wer das weiterhin erwartet, lässt sein Kind vielleicht lieber bei Oma und Opa.

Mit Kind gibt es stattdessen: 


Interkulturellen Austausch mit Land und Leuten in nie dagewesener Form.

Kinder lernen andere Kinder am Strand, im Restaurant, im Hotel und überhaupt überall kennen. Da steht man dann gerne mit dem freundlichen Britischen Vater im Meer und spielt Ball. Ewig. Oder mit der spanischen Omi und ihrer süßen Enkelin. Und wirft sich eine Puppe zu. Mindestens 100mal. So schön! Und mein Highlight: Man wird ins Haus rein gebeten – vielleicht sollte ich kurz erwähnen wie vehement Ava an Türgriffen rütteln kann. Aber ich fahre an „unseren“ Ferienort auf Mallorca schon seit mehr als 20 Jahren (aaaah) jedes Jahr mehrfach. Noch NIE (bis ich Mami wurde), hat mich eine alte Mallorquinerin in ihr Haus reingebeten. Hat sie jetzt auch nicht. Eher Ava. Aber ich bin mitgekommen. Und wir haben uns unterhalten. Ihre Familie lebt seit mehr als 100 Jahren in dem Haus. Sie vermieten eine der Wohnungen (aaaahhh!) und viele weitere Details kenne ich jetzt auch! Wie cool!

Mittagsschlaf.
Ja, man steht früh auf – auch im Urlaub. Und man geht auch nicht mehr nachts um 4 ins Bett (meistens… es sei denn man launcht eine neue Website und arbeitet im Urlaub – aber das ist eine andere Geschichte). Was ich aber eigentlich sagen wollte: Man bekommt die Chance Mittagsschlaf zu machen. Entweder man muckelt sich also zur Siesta Zeit einfach mal daneben – wie HERRLICH ist das bitte?! oder man legt sich gemütlich in die Sonne. Da kann man dann theoretisch auch lesen. Wenn man nicht zu müde ist.

Zarte gebräunte und gesunde Haut.
Man bekommt keinen Sonnenbrand mehr und verringert sein Hautkrebsrisiko.
Mit Kindern sonnt man sich ja nicht mehr so exzessiv. Zitat meiner Mutter: „Du bist aber blass, wart ihr überhaupt am Strand?“ *Hmpf* – na ja…  Früher war ich offensichtlich tatsächlich eher schwarz als braun. Da war ich aber teilweise auch ohne Sorge den ganzen Tag am Strand. Das mache ich jetzt natürlich nicht mehr. Erstens weil keiner von uns ein Kind mit Sonnenstich möchte und Sonnenbrand ist ebenso wenig eine Option. Und zweitens, weil ich das selbst komischerweise seit der Schwangerschaft nicht mehr so abkann bzw. mag… Man wird ja nicht jünger…
Also morgens mal kurz ein Stündchen schwimmen. Danach rein und Siesta genießen. Und am späten Nachmittag dann nochmal ausgiebig raus. Aber mit Hut. Und LSF 50+. Und Schirm. Und eventuell sogar UV-Schutz-Zelt. Und auf jeden Fall UV-Schutz-Shirt. So geht man in der ersten Woche. Dann schaut man sich die Locals an, die ihre Kinder nackt rumrennen lassen und irgendwann wird man entspannter. Aber nur ein bisschen .-) Und sich selber cremt man auch endlich mal wieder ein. Ist doch super!

Immer einen Tisch im Restaurant. Ohne Reservierung. 
Wir sind meistens gegen 18 oder 19 Uhr schon essen gegangen. Das ist im Süden natürlich irre früh. Aber so sind die Kinder noch nicht zu knatschig und die Restaurants leer. Das heißt also man bekommt einen Sitzplatz und die Kinder können recht frei überall herum laufen, ohne dass vielbeschäftigte Kellner stolpern oder andere Gäste sich eventuell gestört fühlen. Und wir Eltern haben dennoch den full service. Leckere Paella. Eiskalten Rosé. Und ok, ok – ich will es nicht verschweigen… meistens sitzt man irgendwie alleine am Tisch. Weil einer immer hinter dem Kind herrennt. Deshalb plädiere ich ja auch für größere Gruppen – aber dazu später mehr.

Und völlig neue „Ortskenntnisse“.
So fliege ich wie gesagt seit ich 12 oder 13 Jahre alt bin mehrmals im Jahr nach Mallorca. Ich kenne so ziemlich jeden Strand, jede Bucht und viele Restaurants und Bars etc. Ich war aber noch NIE im Safari-Park. Dieses Jahr war es so weit. Wir brauchten mal Sonnenpause und etwas Abwechslung. Also gab es ein early Lunch am Meer. Danach Siesta im Auto und dann tatsächlich Affen auf dem Dach. Und Zebras am Auto. Und einen Spielplatz.
Den kenne ich jetzt auch in Artà und in diversen anderen Orten der Insel. War mir nie aufgefallen, dass es all diese Dinge überhaupt gibt. Von all den „Kinder-Goodies“ in Palma ganz zu schweigen. Aber dazu haben andere ja schon ne Menge geschrieben. Mehr unten in den Links…

Ihr seht, Urlaub ist anders – aber nicht weniger schön!
Wir haben tatsächlich auch schon diverse Kombinationen an „Urlaubern“ ausprobiert:

  • Ava, Mami, Oma und Tante. War schön, aber die arme (kinderlose) Tante hat ihren alten Urlaub vermisst. Und Ava war völlig geflasht von so viel Zuneigung.
  • Ava, Mami und Oma. Gemütlich! Sehr entspannend für Mami. Ava happy. Man kommt nebenbei zu wenig. Doch es hat was vom Wellness Retreat – zumindestens für Mami 🙂
  • Logisch: Ava, Mami und Papi. Herrlich. Das schönste ist das enge Band, dass sich zwischen Ava und Papi jedes Mal wieder noch stärker entwickelt. Im Alltag ist das auf Grund von Reisen und doofen Arbeitszeiten nicht immer leicht. Da werden dann die Papi-Akkus im Urlaub mit Fullpower aufgeladen und das tut uns dreien sooo gut. Und die Paarzeit – die findet statt, wenn das Kind schläft. Da wir so früh essen gehen, bringen wir Ava danach gemütlich ins Bett und dann gibts einfach für uns noch Vino und Oliven und Co. auf der Terrasse. Nicht wie früher – auch wunderschön
  • Ava, Mami, Oma und eine Freundin von Ava mit ihrer Mami. Herrlich! Die Oma dabei ist nicht zu unterschätzen! Wir hatten die gleiche Kombi diesen Sommer ohne Oma. Das ist wunderschön – klar! Man hat richtigen Freundinnen Urlaub. Sieht, dass andere Mamis mit ihren Kindern exakt die gleichen Issues haben und nicht nur das eigene Kind an obsessiver „Runterschmeißerities“ leidet. Und abends schnackt man ENDLICH mal wieder mit der Freundin – neben den Rosé-Gläsern stehen dann halt die Babyphones. Nur zwei Kinder und zwei Erwachsene ist eben auch tough. Logistisch. Und auch so. Es hat ja nie einer Pause.
    Ich weiß, wir sind komische Erstlingsmütter … ruft mich alle in ein paar Jahren nochmal an, dann kann ich vielleicht was zum Thema mit mehreren Kindern sagen – und so lange dürft Ihr mich belächeln 😉
    Aber in diesem Urlaub war es so. Eine Mami und ein Kind. Manchmal saß niemand am Tisch und zwei Mamis rannten hinter zwei Kindern in zwei Richtungen. Aber das war auch cool. Nicht entspannend aber definitiv gut!
    Nur so eine Oma (oder ein Papa) wäre an der einen oder andere Stelle schon mal gut gewesen.

Zusammenfassend ist mein Rat für die beste Reisekonstellation für einen schönen Urlaub mit Kindern also:
Nehmt mehr Erwachsene als Kinder mit.
Das entspannt. So hat jeder ernsthaft mal Pause!
Oder fahrt eben klassisch als Familie. Wenn Ihr im Alltag an drei Kinder und zwei Eltern gewöhnt seid. Dann ist das sicherlich im Urlaub auch easy. 

Jetzt bin ich gespannt zu hören, wie das bei Euch im Urlaub so läuft. Wart Ihr schon im Süden (oder weg)? Oder wann gehts los? Und wen nehmt Ihr mit?

Ich freu mich drauf von Euch zu hören und wüsche derweil HAPPY SUMMER!

Links (leider etwas Mallorca-lastig – sorry…): 
Meine ultimative Packliste gibt es hier. 

OhhhMhhh | Tipps für Palma mit Kleinkindern von Steffi Luxat – aus 2016 aber immer noch aktuell. 

Hamburger Deern | Christin war diesen April in Palma und hat nochmal jede Menge toller Tipps für Palma als family

Stand Wald Kind | Was kann man Kindern auf Mallorca unternehmen

Litte Years | Yay or Nay – Fern- bzw. Individualreisen mit Kindern. Von mir übrigens ein klares Vielleicht. 🙂 Dazu sicherlich bald mehr hier…

3 Gedanken zu “Urlaub 2.0 – oder wie sich die Ferien verändert haben

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