Babyfüße - das pure Glück

Was einem niemand sagt – sechs Gedanken zum neuen Leben in #Mamihausen

Wenn man verkündet, dass man schwanger ist, dann haben alle wahnsinnig viele gute Ratschläge für einen.

Die „Can I give you some advice“ Krankheit hat es sogar bis zu YouTube geschafft.

Gruselig. Aber genauso ist es. Und es hört ja nicht auf. Sobald das Kind da ist, haben alle noch mehr Ratschläge. Und bevormunden einen. Da hilft nur ein dickes Fell.

Die WIRKLICH wichtigen Dinge, die sagt einem aber irgendwie keiner. Oder man ist so im Hormon-Karusell, dass man sie schlicht weg nicht hört.

Ich versuche es also mal – ggf. mehrfach lesen. Und zu unterschiedlichen Zeiten .-)

  1. Ein Baby bzw. Kind ist super! Es macht wirklich Spaß! Und es wird nicht weniger. Immer mehr.
  2. Ein Baby bzw. Kind ist der Horror. Manchmal ist es sau anstrengend. Und manchmal kann man auch nicht mehr. Aber nie nie nie will man wieder tauschen. Das hat die Natur extrem schlau eingerichtet. Selbst in den Momenten, in denen einem alles zu viel wird. In denen einem alles weh tut. Man kaum noch die Augen offen halten kann und in denen man sich zu seinem alten Leben zurückträumt, selbst dann reicht ein Lächeln oder ein Blick auf die bezaubernden kleinen Füßchen und alles ist wieder gut. Aber es ist vollkommen OK, es manchmal auch anstrengend zu finden.
  3. Wir haben uns noch nie SO sehr auf etwas eingelassen und festgelegt wie auf ein eigenes Kind. Eltern-werden ist immer auch ein Stück Selbstaufgabe. Und das lebenslang. Ein Stück des eigenen Herzens ist jetzt für immer besetzt. Und der Kopf auch. Mit Gedanken. Und Sorgen. Und Glück. Und man tut all das gern. Und irgendwie mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit. Meistens zumindestens (siehe Punkt 2…). Dieses Gefühl ist crazy. Und ungewohnt. Gerade in unserer Generation in der irgendwie immer alles parallel ging. Krasser Job? Check. 2 – 3 Hobbys? Check. Die auch noch am Limit? Check. Sowieso. Großer Freundeskreis? Check. Abends Dinner & Drinks und Parties? Check. Basic. Und jetzt? Anders!
    Die Dinge, die einem wichtig sind, die kann man weitermachen. Aber es bedarf auf einmal viel mehr Organisation. Und dadurch, dass man eben oft müde und fertig ist, fällt auch auf einmal ne Menge runter. Dinge, die man früher gemacht, weil man geglaubt hat, dass sie wichtig seien. Das ist das Tolle. Ein Kind zwingt zur Priorisierung. Und es erdet uns. Hilft die Dinge in wichtig und unwichtig zu trennen. Aber das fühlt sich eben manchmal ziemlich doll an. Aber man gewöhnt sich dran. Und dann sind wir wieder bei Punkt 1…
  4. Du wirst Gefühle empfinden, von denen Du nicht geglaubt hast, dass es so etwas gibt! Ich unterstelle mal, dass Ihr Eure Familie liebt. Und Euren Partner. Aber die Liebe zum eigenen Kind. BOAH. Das ist unglaublich. Und so kitschig. Und so schön. Und es macht Angst. Weil man durchdreht vor Sorge, dass diesem kleinen Wunder etwas zustoßen könnte. Und wisst Ihr was das Allerkrasseste ist? Wenn man merkt, dass man diese Liebe zurück bekommt! Ein Kuss vom eigenen Kind. WOHOO. Eine kleine Umarmung mit den Mini-Ärmchen. Ich wusste nicht, dass mein Herz sowas fühlen kann. Und dabei bin ich echt emotional. Wirklich. Aber das ist anders!
  5. Die Geburt kann echt doof sein. Aber das unglaubliche ist – man vergisst den Schmerz. Man weiß dass es unangenehm war und echt weh getan hat. Aber man kann den Schmerz nicht mehr fühlen. Und man würde es immer wieder tun. Egal wie mies die Schwangerschaftsübelkeit -, die 100. Wehe, der Notkaiserschnitt, die Brustentzündung und alles weitere war – alle meine Freundinnen sagen einstimmig „sofort“, wenn man sie fragt, ob sie das alles nochmal auf sich nehmen würden.
  6. Wenn Euch Menschen sagen, dass alles so verdammt schnell geht – sie haben so Recht!!! Ich bin auch schon dazu mutiert wildfremde Mütter mit süßen Kindern „zu warnen“. Stichwort „I have an advice for you“ – oh NO! Aber ernsthaft! Es geht schnell. „Time flies by while having fun.“ Und deshalb: Genießt es! Und in die andere Richtung – wenn es mal nichts zu genießen gibt. das dämliche es ist alles nur eine Phase“ stimmt auch.

Kleine Story dazu am Rande… letztes Jahr im April, da war Ava fast 6 Monate alt, war ich für 10 Tage auf Mallorca. Ava hat tagsüber ausschließlich im Kinderwagen geschlafen. Brauchte zu 100% ihren Rhythmus und hat sich von Muttermilch und 2 Breimahlzeiten (Mittag und Nachmittag) ernährt. Gefühlt war ich nur am Schieben, Brei kochen, Stillen, Abwaschen, Aufräumen, Ins-Bett-bringen und Windeln wechseln. Das hatte NIX mit meiner alten Vorstellung von Urlaub zu tun. Es war gruselig. Ich war kurz davor durchzudrehen. Nach ein paar Tagen Akklimatisierung konnten wir im Rahmen von Avas Rhythmus schon essen gehen. Ich saß halbwegs entspannt im Restaurant und nachdem ich kapiert hatte, dass Hilfe annehmen ne gute Sache ist, konnte ich sogar ein wenig Urlaub machen. (Meine Tipps zum Urlaub 2.0 auch hier)
Rund 5 Monate später waren wir mit dem gleichen Kind wieder da. Abends Essen gehen – alles easy. Mittags im Bett schlafen? Logo! Nur noch einmal zum Einschlafen und nachts jeweils 3 Minuten stillen und ansonsten feste Nahrung. Alles top. Super Urlaub.
Und nochmal später – dieses Jahr im Juni – mein Kind? Quasi erwachsen. Frühstücken gehen. Essen gehen. Bis um 11Uhr abends im Restaurant sein. Mittagsschlaf am Strand. Im Kinderwagen. Mal gar nicht. Alles war möglich. Mein Kind war auf einmal „geländegängig“.
Wieso erzähle ich Euch das so detailliert?
Es ist alles nur eine Phase und es geht so schnell.
Hätte mir das jemand im April 2017 gesagt, als in den Tränen nahe, das dritte Mal am Tag durch das mallorquinische Kuhkaff mit dem Kinderwagen schuckelte, ich hätte es deutlich entspannter gesehen. In dem Moment dachte ich nur „ich kann nicht mehr“. Ich neige allerdings auch zu Theatralik, Stichwort Schlafentzug und so…

Also: wann immer bei Euch der Moment ist – es geht vorbei! Am besten Ihr genießt den Moment sogar – denn er geht so schnell vorbei *hahaha*
Und noch eine weitere Info dazu am Rande… Vor einer Woche traf ich eine ehemalige Kollegin. Kam gerade aus Mallorca. Kind ist 6 Monate alt. Sie stand nur auf dem Balkon, mit dem Kind in der Trage und hat abwechselnd, geschuckelt und gestillt. Mit Tränen in den Augen und dem Blick auf den Pool zu Friends & Family… da konnte ich sehr gönnerhaft sagen: „kenne ich, geht vorbei!“ Aber es stimmt! Bitte mehrfach lesen!!! Man wird dann ruhiger. Hoffentlich. 
Und einen hab ich noch und dann ist Ruhe auf dem Thema: Klar ist Ava im beschriebenen Zeitraum „geländegängig“ und einfacher geworden. Aber ich auch. Ich bin ruhiger geworden. Weniger verkrampft. Hab ihr und mir mehr zugetraut. Hab uns erlaubt Dinge auszuprobieren. Einfach mal gemacht. Dann schreit sie halt im schlimmsten Fall im Restaurant. Dann geht man eben wieder. Diese Gelassenheit musste ich als Mutter erst lernen. Und das überträgt sich ja auch aufs Kind…

So, alles andere ist gesagt. Das habt Ihr schon 100mal irgendwo gelesen.
Aber das sind meine Essentials.
Die hätte ich gerne nach dem Schwangerschaftstest gelesen. Und im Wochenbett. Und nach 6 Monaten und… ach Ihr wisst schon 🙂

Was könnt Ihr ergänzen? Und teilt Ihr diese sechs?
Freu mich auf Euren Input!

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